Mutter begehrt Sohn

Rund ein Drittel der Menschen, die meine Seite mit Hilfe von Suchmaschinen gefunden haben, gaben in die Suchmaske „Mutter, begehrt, Sohn“, „Mutter, onaniert, Sohn“ oder „Mutter, Sex, Sohn, Film“ ein. Bemerkenswert. Und die sexuelle Anziehung zwischen Eltern und Kindern eine der wenigen uns Deutschen noch verbliebenen Tabuthemen. Schön, oder?

Dass Kinder bereits Orgasmen bekommen können bzw. orgasmusartige Gefühle erleben, ist mittlerweile bekannt. Als ich meinen ersten bewussten Orgasmus als Jugendliche hatte, war das kein neuartiges Gefühl, sondern irgendwie kam es mir sehr bekannt vor, ich wusste nur nicht, woher. Ich kenne aber andere Frauen („kennen“ ist übertrieben, habe BÜCHER gelesen), bei denen es gar keinen Bruch gab zwischen Selbstbefriedigung als Kind und Selbstbefriedigung als Teenie und Jugendliche. Dies lässt vermuten, dass der Mensch nicht sexuelles Wesen wird, sondern immer schon ist. Wer mal kleine Jungs als Babies gewickelt hat, hat sicher festgestellt, dass ihr Penis steif werden kann, wenn sie sich wohlfühlen. Und bei meinen Babysitterkindern beobachte ich, dass der Vierjährige sehr gerne und oft seinen Penis anfasst.

Ich glaube, dass der Umgang mit der Sexualität von Kindern sehr viel Feinfühligkeit verlangt. Es ist ziemlich einfach, durch unbedachte Äußerungen die sexuelle Entwicklung von Kindern zu stören. Dazu kommt die Tatsache, dass wir Sexualität natürlich aus den Augen Erwachsener sehen, wo es um Verführung, Flirten und letztlich den Sex mit einem anderen Menschen geht. Wenn ein menschliches Gegenüber sexuelle Handlungen andeutet oder begeht, unterstelle ich ihm immer Intention – dieser Mensch will Sex und wahrscheinlich (da er das in meiner Gegenwart tut) mit mir. Bei Kindern ist das, glaube ich, völlig anders. Sie fassen sich nicht aus Berechnung an, oder um „mehr“ zu wollen. Sie sind unschuldig in dem Sinne, als ihnen völlig unbewusst ist, dass ihre Handlungen von anderen Menschen nicht nur wahrgenommen, sondern auch interpretiert werden. Kinder im Kindergartenalter haben einen ganzheitlichen Bezug zu ihrem Körper, Scham als Schutzfunktion ist ihnen oft noch unbekannt. Da das Berühren des Penis bzw. der Vagina zu schönen Gefühlen verhilft, Kinder sich selbst durch bloße Berührung Geborgenheit geben können, sich nach Stresssituationen beruhigen können – wie käme ein Kind dazu, diese so einfach anzuwendende Methode aus sich selbst heraus nicht zu benutzen?

Die Mutter berührt ihr Kind ständig, das fängt beim Stillen an und hört bei der Körperpflege und dem Hinternabwischen ihres Sohnes auf. Das Berühren des Kindes macht sie glücklich, beruhigt sie, gibt ihr Geborgenheit und das Gefühl, Sicherheit geben zu können. Sie kommt immer wieder in Kontakt mit der kindlichen Sexualität (vielleicht sollte man dafür ein anderes Wort finden, um Missverständnissen vorzubeugen). Klingt bereits nach dem, was Menschen und besonders Kinder bei Selbstbefriedigung erleben. Sie entwickelt zu dem Kind eine ähnlich intensive Beziehung wie vielleicht zu einem erwachsenen Sexualpartner auch – die beiden verbringen viel Zeit miteinander, berühren sich oft, der eine ist Voraussetzung zum Glücklichsein für den anderen.

Ich finde, in einer solchen Situation ist es durchaus möglich, beide Arten der Beziehung miteinander zu verwechseln, denn beide drücken sich auf eine sehr körperliche Art und Weise aus. Sie jedoch auszuleben hätte schlimme Folgen, zu allererst natürlich für das Kind. Es ist nicht bereit, körperlich sowie seelisch, den sexuellen Anforderungen anderer gerecht zu werden. Selbstbefriedigung des Kindes ist immer Selbstzweck und auf sich selbst gerichtet – vor allem noch nicht auf den sexuellen Akt hin angelegt. Wird das Kind früher als durch hormonelle bzw. körperliche Entwicklung vorgesehen dazu gebracht, die Formen der Sexualität Erwachsener auszuleben, hinterlässt das bleibende Schäden. Das Kind kennt sich nicht mehr aus, fühlt sich hilflos, wird gezwungen, einen Ausdruck seiner Sexualität zu demonstrieren, die ihm selbst fremd ist. Es muss Scham- und Ekelgefühle unterdrücken und wird überrannt von der Wirklichkeit, die es nicht reflektieren kann. Und: Das Kind wird sich immer schuldig fühlen, weil es ja selbst diese sexuellen, positiven Gefühle hatte. Also wird es wohl auch irgendwie schuld sein an dem Missbrauch.

Ich vermute, dass es viele Frauen gibt, die sich zu ihren Kindern auch sexuell hingezogen fühlen, umso mehr, wenn sie bereits selbst sexuellen Missbrauch erlebt haben – und das sind ja nicht gerade wenige. Im Gegensatz zu Männern, die ähnliches erlebt haben, schaffen sie es aber zu einem höheren Prozentsatz, sich von diesen teilweise auch erlernten Gefühlen zu distanzieren und das Wohl ihres Kindes über das eigene vermeintliche Wohl zu stellen. Das wäre wohl noch einfacher, wenn ehrliche Diskussionen über solche Themen möglich wären. Dann würden diese Frauen aus der Falle kommen, in der einige von ihnen bereits als Missbrauchsopfer gesteckt haben – dem Gefühl, alleine zu sein und alleine schuld zu haben.

2 Antworten zu „Mutter begehrt Sohn“


  1. 1 Dave 2. Oktober 2008 um 6:30

    Der Satz, dass es schön wäre, wenn eine offene Diskussion über das Thema geführt werden würde, finde ich sehr gut.
    Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass Erwachsene Menschen ihren Nachwuchs begehren, was sich ganz natürlich z.B. in Liebkosungen usw. ausdrückt, was in allen Teilen der Welt beobachtet werden kann und bestimmt gut für die Entwicklung des Kindes ist. Das eine Anziehung zwischen Kind und Eltern besteht höre ich fast täglich wieder in meinen Psychologievorlesungen.
    Wo und ob überhaupt eine Grenze zur sexuellen Anziehung besteht, kann ich nicht genau sagen. Das entscheidende ist nur, wie man damit umgeht.

    Dies sollte meiner Meinung nach publik gemacht werden, so dass eine Diskussion entstehen kann darüber, wie man mit solchen Gefühlen umgeht und was sie bedeuten. Es sollte klargemacht werden, dass die Lust am kindlichen Körper noch lange nicht zur Ausagierung dieser führen muss und warum eine solche Ausagierung schädlich wäre. Zusätzlich sollte darüber geredet werden, was dem Kind aber gut tut. Ich glaube auch viele Männer sind gerade in den heutigen Zeiten verunsichert und getrauen sich vielleicht gar nicht mehr ihre junge Tochter zu streicheln, weil sie nicht sicher sind von wo die Gefühle jetzt kommen und wo die Grenze ist.

    Wie man wohl merkt, finde ich den Artikel sehr interessant. Danke dafür.

  2. 2 VLC 30. Juli 2009 um 3:54

    Interessante Aufmachung!


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