Archiv für Juli 2009

Mir ist schlecht…

…und das ganz ohne Restaurantbesuch. Bin aufgeregt, wie vor ‘ner dämlichen Prüfung. Am Sonntag geht mein Flug, heute passend das Visum abgeholt und alles ist gut…! Zumindest, was das Visum angeht. Die ganzen Lernmaterialien, die wir (der Möff und ich) gebastelt haben, sind nur ansatzweise fertig und ganz viel ist noch übrig geblieben an Arbeit. Ganz abgesehen von den ganzen Sachen, die ich am Computer erledigen wollte (Lehrpläne umarbeiten, Unterricht planen und so weiter…), das werde ich wohl auch nicht schaffen. Verdammt Schlamperei.

Immerhin werde ich dann mit zwei Koffern, vollgepackt mit Spielsachen und Lernkram, am 21. in Varanasi ankommen und so glücklich sein, wieder dort zu sein. Nicht, dass es hier nicht schön wäre. Es war sogar ganz besonders schön, gerade weil ich soviele Sachen erledigen konnte, zu denen sonst die Zeit nicht reicht. Verfickte Zeit, ich habe einfach nicht genug davon. Schon wieder so spät, und morgen muss ich zum Amt. Ein Führungszeugnis bestellen.

Ich werde Kathak studieren!!!

11. Juli

DSC08521 Katrin und Kati auf dem Schiff, auf das die Kati kostenlos mitfahren durfte, weil sie Geburtstag hatte und Katrin kostenlos mitfahren durfte, weil Erwin auf dem Schiff arbeitet. Interessiert zwar niemanden, aber ich kann gerade nicht einschlafen.

Volunteering to help the poor

Obviously there is a trend of young people from industrialized countries towards volunteering some months in a „developing country“. One commonly ignored point concerns many small-scale NGOs who get most of their funding from Western countries: Highly motivated, creative and mostly young volunteers come to help the poor, without salary, of course. What sounds great at first glance, in practise is quite questionable.

In general, selection mechanisms based on formal qualifications are ignored when it comes to appointing volunteers. This results in getting additional non-trained staff that does not speak Hindi (sometimes not even fluent English) and usually has no pedagogical background at all; not to talk about desired work experience within precarious social environments. Since the children usually lack positive attention, they long for people who fulfill this need and cling on the caring and hard-trying volunteers. The volunteers are, on the other hand, delighted by the affectionate behaviour of the children. Hugging children and being close to them is seen as a sign of helping them.

What they usually forget is how their leaving will affect the children. The unstable emotional binding within their families find their continuation in the loss of the recently met caring person. This pattern is repeated again with every new volunteer. This happens in the Jeevan-School as well. From the viewpoint of the Samneghat children it might look like this: Rich, white people come from somewhere, wear strange clothes that accentuate the tits, are very friendly, give presents, take pictures, do exciting things with us, don’t understand a word we say – and they inevitably leave.

This experience definitely does not convey a message of supporting the feeling of global citizenship, or sustainability as a mindset. It rather widens the gap of perceptions that distinguishes between “us, the poor” and “them, the rich”. A more guarded and sensitive volunteer policy is needed in order to positively change these preconceptions.

Some vague ideas of how this might happen: At least 6-months commitment, minimum standards (experience with children, pedagogical background or specific qualifications in crafts), telephone interviews, only observation for the first two weeks on the ground and so on. This is nothing new for a lot of organisations, but still necessary in many NGOs in India (including the one I work in, I admit).

Bilder.

In Indien komme ich nur sehr selten dazu, Bilder hochzuladen, und erst hier merke ich, wieviele Bilder ich eigentlich mittlerweile habe – und, wie schön alles auf Bildern aussieht :-) Also. Hier ein Bild.

Counting Sticks

Das Bild ist vom Juli 2008. Erinnere mich noch an diese ersten Versuche, den Lehrern zu zeigen, wie man Kindern anschaulich mathematische Grundkonzepte vermitteln kann. Mit sehr wenigen Materialien, auf engstem Raum und ohne pädagogische Vorkenntnisse. Wie war ich damals froh, als ich merkte, dass die Lehrer gerne lernen und sich freuen, neue Methoden auszuprobieren. Diese Freude spüre ich immer noch. Und immer noch habe ich das Gefühl, dass es so unglaublich viel zu tun gibt und wir, egal wieviel wir arbeiten, nie genug tun können. Gewöhnt man sich dran. Manchmal.

Wieder da!

Anil ist wieder da! Habe gestern mit Shilu (meinem Boss) telephoniert und er meinte, Anil sei mit den anderen Kindern aus den Sommerferien im Dorf zurückgekehrt. Hab mit ihm am Telefon gesprochen und war unendlich erleichtert. Wie bin ich froh, dass ich in zwei Wochen zurück fliege! Er meinte, ich solle schnell kommen, da es wieder einen Geist im Hostel gibt und er ganz sehr Angst hat, weil der ihn töten will. Das Dumme: Er meint es ernst. Habe ja wirklich gar kein Problem damit, dass die Kinder ihre jeweiligen Götter anbeten. Aber wenn es um Aberglauben geht, finde ich es sehr schwierig, einen angemessenen Umgang zu finden. Denn die Kinder führen natürlich immer „Zeugen“ an, die alles gesehen hätten. Seltsamerweise hab ich noch nie ‘nen Geist dort gesehen.