Sitze gerade an der Uni und schaue einen Kriegsfilm. Von den Amis gedreht offensichtlich (ich kam zu spät und weiß daher nich, was gespielt wird), und ich verstehe kaum was, weil in der Hindiversion, die wir schauen, die Hintergrundkriegsgeräusche so laut sind, dass man das Schreien der Soldaten kaum versteht. Irgendwo in Afrika. Läuft nich so gut bei den Amis, sehr viele sterben, und jetzt gerade schicken sie Unterstützung, Freiwillige vor, und – wer hätte es gedacht – ganz viele wollen. Auch der Soldat mit Asthma. Versuchen es so realistisch wie möglich zu gestalten, und ich merke mal wieder: Brauche keine zusätzlichen schlimmen Geschichten, bin bereits bedient.
Wir sitzen hier, studieren Conflict Management studieren und uns wird erzählt, dass WIR irgendwann solche Konflikte lösen werden können. Wer von uns? Das offensichtlich von ihrer eigenen Schönheit so beeindruckte Mädel, das der liebevollen Auffassung ist, dass alle Menschen in Gefängnissen nicht zu den Menschen gehören, die Menschenrechte besitzen? Der nette junge Mann, der nach der letzten, sehr oberflächlich gehaltenen Vorlesung aufstand und meinte (als die Dozentin raus war): “Worum ging es grade?” Unser Dozent? Er wäre bestimmt bereit, die Welt zu versöhnen, die er schon die ganze Zeit mit seinen unvollendeten Sätzen voller Wikipedia-Einleitungs-Wissen bereichert. Oder vielleicht der Typ in der Reihe vor mir, der jedes Mal, wenn ein Soldat stolpert und hinfällt lacht als ob er grad Stromberg guckt? Das ist wie Blümchenbildchen malen gegen Atomkrieg. Kann man die Strahlen dann wegfächeln. Es scheint mir, als wäre niemals zu vor das Wort “Lächerlichkeit” so treffend in Szene gesetzt worden wie in unserem Klassenraum.
Gerade ist Abend eingebrochen und die Amis sind in irgendwelchen Häusern, weil sie´s nich zurückgeschafft haben. Ihm wurde grad das Bein ab- oder weggeschossen und die Jungs sind schön panisch. Ich frage mich: Wer guckt sowas aus Spaß? Will dem Ganzen das erzieherische Potential nich absprechen. Wobei, wenn ich mir die Helden hier im Klassenraum angucke…
Das hier ist kein besonders sinnvoller Artikel, aber ich muss mich ablenken vom Film. Sterben. Oh. Gerade sehe ich, dass er in Pakistan spielt. Sehen die Pakistanis so aus wie Afrikaner? Oder haben sie afrikanische Milizen zur Unterstützung geholt? So, jetzt versuchen sie gerade, dem getroffenen Soldaten irgendwas im Bein abzuklemmen, damit er überlebt. Irgendwie kann ich trotzdem immer noch verstehen, wie man Soldat wollen werden kann. Mein Gott, immer wenn man denkt, jetzt is grade ein bisschen Ruhe angesagt für die Amis, geht´s wieder los. Die anderen sterben übrigens ohne Schmerzen, nur für die, die vielleicht Sorge um die armen getroffenen Gegner haben. Braucht man nich, nur die Amis leiden heldenhaft, die anderen sterben schnell und leise und immerhin zahlreich. Frauen und Kinder schreien natürlich, aber die werden auch gerne verschont von den Guten.
Hab jetzt auch den Titel gelesen: BlakeVhawkDown. Was auch immer das heißt. Der Film ist zu Ende und noch während der Held des Films sagt, dass man kein Held werden kann, verlassen sie lachend den Raum.