
Erkennt man was? Man weiss es nich…Science Class, Topic: Licht. Experimente mit Prismen und Spiegeln und Taschenlampen und Kaemmen (um „Strahlen“ zu erzeugen und die Reflektion durch den Spiegel zu untersuchen…). Grossartig.
menschen verlieren sich immer wieder. und jedes mal in sich selbst.

Erkennt man was? Man weiss es nich…Science Class, Topic: Licht. Experimente mit Prismen und Spiegeln und Taschenlampen und Kaemmen (um „Strahlen“ zu erzeugen und die Reflektion durch den Spiegel zu untersuchen…). Grossartig.

Christine, siehst du die Farbenplaettchen? Die groesseren Kinder haben ein tolles Spiel entwickelt: Ein Kind haelt ein beliebiges Farbenplaettchen hoch und wer zuerst den richtigen Namen auf Englisch sagt, bekommt das Plaettchen…
Der Junge im orangefarbenen T-Shirt ist Sundar, er mag das Hunderterbrettchen sehr, aber nur, wenn noch andere Kinder mit ihm mitspielen. Er hat immer noch Probleme der Wort-Gegenstand-Zuordnung (d.h. wenn er sagt „sieben“, dann auch tatsaechlich das siebte Blaettchen zu legen und nicht schon das achte). Am Anfang zaehlte er einfach und legte gleichzeitig Blaettchen, ohne dass Wort und Anzahl der gelegten Blaettchen uebereinstimmen. Hat er in der Schule gelernt. Mittlerweile hat er begriffen, dass er greifen muss. D.h. bei „eins“ muss er das erste legen, und so weiter…Faellt ihm manchmal noch schwer, aber wird schon.
Ganz hinten links oben sitzt Priya, sie ist GANZ leicht geistig behindert, bzw. grenzwertig. Meint die Mutter. Vielleicht war einfach ihre Schule unglaublich schlecht und die Foerderung zu Hause auch. Man weiss es noch nicht, sie ist erst seit kurzem da. In der Freiarbeit sass sie am Anfang immer so wie auf dem Bild, naemlich nichtstuend, herum. Habe nach einiger Zeit angefangen, ihr Dinge anzubieten, die sie dann auch gerne macht, aber von alleine nicht wiederholt. Ein weiteres schulgeschaedigtes Kind. Juhu.
Ach ja. Gestern hatten wir ein Teacher-Training zur 3-Period-Lesson (wie sagt man auf Deutsch, Frau Happ?)…der Weg ist lang.
Es ist Nacht, und Strom ist da, und zwar so ausreichend, dass der PC funktioniert. Was laege naeher, als mal mit all meinen guten freunden zu chatten, die SICHERLICH um diese zeit online sind…? und wer ist nicht online? alle. kann es gar nicht fassen.
dann eben hier ein bild.

Das war zu unserem ersten grossen Teachertraining. Die Lehrer lachen nicht nur fuers Foto.

English Class 3 & 4, topic: professions. Just to prove that I’m actually teaching…

unser 15th august programm… es war alles so wunderschoen bunt, mit blumen dekoriert und so weiter. ganz grosses kino fuer die kinder.

An irgendeinem Samstag im August hab ich ganz viele Zeitschriften mit in die Schule gebracht und die Kinder sassen in Gruppen und haben Collagen gebastelt, Thema war Farbe. Sie haben das das erste Mal in ihrem Leben gemacht, und es war total anstrengend fuer mich und total spassig fuer die Kinder. Hach ja. Zusammengefasst also sehr schoen.

Arjun lernt die Anfaenge des Ein-Mal-Eins. ein grosses erfolgserlebnis fuer ihn, weil es ihm im lehrergefuehrten unterricht sonst oft sehr schwer faellt, aufmerksam zu sein (die lehrer vergessen meistens, ihn durch beruehrung oder laecheln zu zeigen, dass er gesehen wird und dann schwindet auch irgendwie seine lust am unterricht und er rennt in meine klasse und macht schwachsinn. bis ich ihn verpruegele
hihi. oh. das war ein SCHERZ.)
Katrin und Kati auf dem Schiff, auf das die Kati kostenlos mitfahren durfte, weil sie Geburtstag hatte und Katrin kostenlos mitfahren durfte, weil Erwin auf dem Schiff arbeitet. Interessiert zwar niemanden, aber ich kann gerade nicht einschlafen.
In Indien komme ich nur sehr selten dazu, Bilder hochzuladen, und erst hier merke ich, wieviele Bilder ich eigentlich mittlerweile habe – und, wie schön alles auf Bildern aussieht
Also. Hier ein Bild.

Das Bild ist vom Juli 2008. Erinnere mich noch an diese ersten Versuche, den Lehrern zu zeigen, wie man Kindern anschaulich mathematische Grundkonzepte vermitteln kann. Mit sehr wenigen Materialien, auf engstem Raum und ohne pädagogische Vorkenntnisse. Wie war ich damals froh, als ich merkte, dass die Lehrer gerne lernen und sich freuen, neue Methoden auszuprobieren. Diese Freude spüre ich immer noch. Und immer noch habe ich das Gefühl, dass es so unglaublich viel zu tun gibt und wir, egal wieviel wir arbeiten, nie genug tun können. Gewöhnt man sich dran. Manchmal.

Das ist Anil (Name geändert), ungefähr 6 oder 7 Jahre alt. Beim Schleifen von Holzklötzen. Großartige Aktion. Schon ein paar Monate her, wohlgemerkt, aber mich graust’s jetzt noch vorm Schleifen. Als ich im Mai gegangen bin, war Anil schon zwei Monate nicht mehr da. Er ist aus dem Hostel ausgerissen, weil ein älterer Junge ihn geschlagen hat. Verfickt. Und ich war gerade nicht da. Anil hat ‘nen unglaublichen Gerechtigkeitssinn. Wann immer er geweint hat oder ausgerastet ist, waren das Situationen, in denen er sich ungerecht behandelt vorkam (und: meist zurecht). Als ich zu arbeiten anfing, stand er oft stundenlang (keine Übertreibung) vor Wut weinend oder beinahe weinend da und ließ sich nur schwer beruhigen. In den letzten Monaten bevor er wegging, kam das nur noch sehr selten vor, und dann fing er sehr schnell an zu reden und zu artikulieren, was ihn bedrückt und wütend macht und meist konnten wir es sehr schnell klären mit den betreffenden Kindern. Interessanterweise hat er selten Bock auf Film schauen. Wann immer die Kinder Filme schauen, kommt er zu mir und möchte irgendwas helfen. Besonders beliebt: Mit der Sprühflasche Spiegel saubermachen… Gestern beim Bilder-Durchklicken habe ich dieses Bild entdeckt und merke wieder, wie schlecht es sich anfühlt, nicht da zu sein. Wäre ich zu diesem Zeitpunkt nicht an der Uni, sondern im Hostel gewesen, hätte Anil sich sicherlich bei mir beschwert über den Jungen, der ihn geschlagen hat. Und wäre nicht abgehauen. Als ich ihn später zufällig auf der Straße getroffen habe, und er mir erzählte, was passiert ist, meinte er: „Er hat mich geschlagen und der Erzieher hat nichts gemacht.“ Das hätte anders laufen müssen – und ich kann mir nicht einreden, dass ich nicht verantwortlich bin. Anil ist mittlerweile wie die meisten Kinder aus dem Hostel mit seiner Familie zur Reisernte aufs Dorf gefahren, ich hoffe, er kommt gemeinsam mit den anderen Kindern zurück.
Ist auch nicht das erste Mal, dass er abgehauen ist und wieder anfing Müll zu sammeln. „Da kann ich mir mein eigenes Essen kaufen und immer Süßigkeiten essen und muss nicht zur Schule gehen!“ Wohlgemerkt, er geht nicht in die Jeevan-School, sondern wie die meisten Kinder aus dem Hostel auf Privatschulen. Diese sind allerdings um einiges schlechter als unsere Schule, doch mittlerweile haben wir nicht mehr die Kapazitäten, um die Hostel-Kinder zurückzuholen. Anil geht sogar mit drei anderen Kindern auf eine der besseren schlechten Privatschulen. D.h. er wird nur selten geschlagen und die Bücher sind ein bisschen besser als in den anderen Schuen. Allerdings wird dermaßen streng auf den Sitz der Schlipse, saubere Schuhe, Pünktlichkeit und Disziplin geachtet, dass kaum verwunderlich ist, dass Anil, der bisher ein sehr unregelmäßiges Straßenleben führte, ständig angeschrieen wird und irgendwelche dämlichen Strafen erhält. Was mir da einfällt – und wie auch immer man das interpretieren möchte: Anil ist der Beste in seiner Klasse, und das will was heißen. Ich frage mich, wie überhaupt irgendein Kind irgendetwas lernen kann in so einer beschissenen Schule. Dass er es aushielt, für seine Verhältnisse so regelmäßig zur Schule zu gehen.
Könnte heulen.

Die Kinder haben mit Nadine zusammen auf Papier Backsteine verlegt. Sie sollten ein Muster finden, legen und aufkleben. Das ist um einiges anspruchsvoller, als man sich das vielleicht vorstellt. Die Kinder arbeiteten sehr konzentriert, aber es fiel ihnen sichtlich schwer, die kleinen Papierteilchen zu einem zusammenhängenden Muster zu verarbeiten. Trotzdem hat keiner aufgegeben, sie haben über eine Stunde probiert und herumgelegt. Besonders toll fanden sie natürlich, dass sie in klein machen, was später in groß gebaut werden soll. Achja, das ist übrigens Klasse eins. Blablabla, ich komm mir so dämlich vor, wenn ich so Sachen schreibe, so beschissen beschreibend. Liegt mir nicht und als das Foto geschossen wurde (ausnahmsweise mal von mir), hab ich auch grad ganz andere Gedanken gedacht, nämlich eher so in die Richtung von: „Wann kommt der Chai-Mann endlich? Wieso geht die verfickte Kreissäge schon wieder nicht? Nur noch ne halbe Stunde. Wo ist denn der Fliesenmann? Oh du Dreckskind, hör auf, dich immer an mich ranzuklammern, wenn du was willst. Wieso geht das nicht in deinen Kopf? Verdammt, wo hab ich denn jetzt meine Tasche hingetan? Was mache ich nur, wenn mein Examen nicht so gut wird, wie ich das gern hätte? Wieso will die Anke eigentlich immer, dass ich mit ihr zusammen aufs Klo gehe? Oh nein, Aman wirft schon wieder mit Steinen auf die Affen. Keine Zeit. Ach, trifft eh nicht. Oh, muss noch schnell mit Munni Ji reden, ach ja und mit Shilu. Die Matten müssten auch mal wieder gewaschen werden. Wenn die Küchenfrau nicht bald …“ Und da Gedanken ausgesprochen ausgesprochen dämlich klingen, hör ich jetzt mal lieber auf, vor allem, weil ich eigentlich aufräumen müsste…